Junya Ishigami | 08.04.14

Portratit Junya Ishigami by Tasuku Amada

Natur und Struktur verschwimmen. Hauchdünne Stützen bilden kubische Gewächshäuser und formen mit Pflanzenvorhängen Räume. Mit seinem Beitrag für die Biennale in Venedig 2008 nimmt Junya Ishigami vorweg, was er im Kanagawa Institute of Technology auf die Spitze treiben wird …

Unser erster Gast im Sommersemester wurde 1974 geboren und führt seit 2004 sein eigenes Büro in Tokio. Nach 2008 war der ehemalige SANAA-Mitarbeiter auf der Biennale 2010 vertreten und wurde für die Installation „Chateau la Coste“ mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.

Zuvor hatte er 2005 mit seiner Installation „Table“ bereits die Grenzen des Materials und dessen Minimierung ausgelotet. Für eine Tokioter Galerie entstand ein fast zehn Meter langer Tisch, der aus einer nur drei Millimeter dicken Tischplatte besteht. Diese Aufhebung der tektonischen Machbarkeit hat entscheidend mit den auf dem Tisch abgestellten Gegenständen zu tun, die so genau platziert sind, dass die vorgespannte Tischplatte schließlich als ebene Fläche erscheint.
Dass Junya Ishigami den Tisch als Architektur betrachtet und ein Tisch ebenso gut ein Haus darstellen könne, zeigt er auch in seinem bisher größten Projekt, dem Kanagawa Institute of Technology. Das Gebäude kann als Symbiose aus den oben genannten Projekten verstanden werden. Das Dach ist dünn, mit Lichtbändern durchbrochen und wird durch über dreihundert filigrane Stützen getragen. Die scheinbar wahllose Verteilung der Stützen ist einem strengen statischen Raster unterworfen. Das auf quadratischem Grundriss beruhende Gebäude gleicht im Inneren einem lichten Birkenwald, in dem sich verschiedene Zonen, Wege und Aufenthaltsbereiche, bilden. Das Gebäude dient als Workshop, in dem bei größter Variabilität frei zusammengearbeitet und experimentiert werden kann.

 

 

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